Wir ziehen aus.

Nämlich in den Garten. Also sie, die übergroße Kindergartentruppe an Jungpflanzen die mir das Leben schwer gemacht haben zuletzt. Jeden Tag raus, dann wieder rein am Abend. Sie sind nun gut abgehärtet, haben alles mögliche an Schatten, Sonne, Wind und Regen abbekommen und nachdem die Eisheiligen heuer ausfallen (zumindest laut Wetterbericht) ist der Geduldsfaden nun gerissen und die Kinder müssen ausziehen. Wie das halt so ist.


Sieht ein wenig wuschiwuschi aus, liegt aber am Mulchmaterial. Vier Beete sind mit Tomaten bepflanzt. Und ich frage mich wieder einmal warum ich sie überhaupt mit einem Namensschildchen versehe. Denn wenn ich 10 Prinz Tscherni habe, bekommt eines davon ein Schildchen. Die anderen stehen ja unmittelbar dabei und sehen genauso aus. Dann aber, beim Abhärten und schliesslich Auspflanzen, gerät alles durcheinander und ich arrangiere die Tomaten nach Gefühl. Aber eigentlich ist es ziemlich wurscht. Hauptsache es geht ihnen gut und sie gedeihen. Der Mulch ist mein in Massen wucherndes Klettenlabkraut. Es ist noch nicht im Samen, also perfekt um es zu ernten und um die Pflanzen herumzuschlingen. Hält das Wasser im Boden. Hinten sieht man mein Himbeerbeet. Die sind auch in den Startlöchern, ein wenig ausjäten muss ich noch und bessere Seile spannen. Die CD’s hängen wegen der Vögel da bei den Tomaten und die Holzbalken sind wegen der Katzen und Hunde, die sonst in den Beeten herumtrampeln. Und wie man gut sehen kann, ist mir dann das Häckselmaterial für die Wege ausgegangen, weil der Holunder ausgetrieben hat und ich Holz mit Laub nicht häcksle, das verstopft mir immer die Messer. Also im Herbst dann weiter Wege machen. Geht so auch.


Links ist die erste Partie Gemüsepaprika schon drinnen, die zweite Abteilung ist Pfefferoni und Chili und wartet auf mich. Dahinter sind dann die Gurken und der Rest hinten ist schon lange bepflanzt mit Kohlrabi, roter Bete, Salat, Erbsen, Broccoli, Rotkraut, Erdbeeren, Karfiol, Porree, Sellerie und Karotten…und Blümchen. Heute kamen ja nur die „ach-mir-ist-so-kalt“ Kinders in die Beete. Falls es doch wider Erwarten unter 10 Grad fällt (was die absolute Untergrenze für die Curcubitae, also Kürbisgewächse ist) habe ich tonnenweise Vlies und Dämmmaterial um es ihnen kuschelig warm zu machen. Aber ich glaube nicht, dass es soweit kommt.
Heuer haben sie auf den Feldern Raps angebaut, was man ganz hinten im Bild sieht. Sieht wunderschön aus, stinkt aber zum Himmel, nach Käsefüssen.


Nachdem die G’fraster hier mir immer die Tulpen aus dem Vorgarten klauen, hab ich sie nun abgeschnitten und mit Flieder und einer Sarah Bernhard Pfingstrose zusammengepappt. Man braucht auch mal was fürs Auge.


Ja und die in Massen wachsende Frühlingsplatterbse musste auch noch dazu.


Die Paprika sind auch drinnen, die wurden mit dem Heu vom ersten Mähen gemulcht. Man kann sie relativ nahe zusammenpflanzen, so wie auch Chilis. Die Tomaten stehen auch recht dicht, was in Salzburg ein riesiges Problem gewesen wäre, weil der viele Regen dann nicht wirklich abtrocknet und sie so recht schnell krank werden. Aber hier, wo es im Sommer so gut wie nie regnet und in meinem Gemüsegarten immer ein laues Lüftchen weht mach ich mir da keine Sorgen. Und Wurzelraum haben alle genug.


Mein Sorgenkind. Die Strauchpfingstrose. Sie war ja ein schönes großes Exemplar und dann passierten zwei Dinge. ALs erstes kam eine Dachlawine runter und brach mal so die Hälfte des Strauches ab. Dann verwelkte die Pflanze dauernd. Kurz nach dem Austrieb. Recherche ergab, dass das eine Krankheit ist, die die Saftbahnen verstopft und die Pflanze sterben lässt. Was mich natürlich in helle Aufregung versetzt hatte. Also ausschneiden, viel ausschneiden. Und heuer sieht es so aus, als hätte meine Schöne es überstanden. Bis jetzt habe ich keine welkenden Austriebe und dergleichen.


Schon sehr schön die zauselige Sarah. Wäre sehr schade, wenn der Strauch sterben würde, weil die können sehr alt werden und sind eigentlich extrem pflegeleicht.


Kleine Überraschung im Hausbeet, grüßt mich eine Saxifragia, die ich aus Salzburg mitgebracht hatte. War wohl in irgendeinem Topf und ich habs dann einfach so da reingepfeffert. Hat sich angefreundet mit Nigella und dem Sedum und all dem Kram der da drinnen wächst.


Mein schiefer Apfelbaum. Die Äpfel sind köstlich, aber er hängt schon ordentlich schief herum. Was ihm wurscht zu sein scheint, so wie er blüht.Ich freu mich auf die Äpfel, mein selbstgemachter Apfelessig geht zur Neige.

Dann schlängelte sich noch eine junge Ringelnatter in meiner Küche herum die ich an den Teich verfrachtet habe, wo sie nun die Überpopulation der Kaulquappen dezimiert. Ich hab ihr zugesehen, sehr graziös. Und beim Hauseingang nistet schon wieder das sture Pärchen Gartenrotschwanzerl, die jedesmal beleidigt davonflattern, wenn ich raus oder rein gehe. Die Buntspechte haben die Meisenknödel entdeckt und liefern sich ein tägliches Gefecht, genau wie der Kleiber und überhaupt gehts zu wie irre grade.

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