Es ist soweit. Also noch nicht ganz. Eigentlich ist es erst nächsten Mittwoch soweit. Dann darf ich mich unter die zarten liebevollen Hände der wunderbarsten Zahnärztin Salzburgs legen und sie ihr gutes Werk tun lassen.
An und für sich wäre das ja eigentlich keinen Blogbeitrag wert. Ist es aber aufgrund der verschärften Situation nun aber doch.
Seit Monaten weiß ich es. Ich muss. Irgendwo in den Tiefen dieser Textwüste ist auch ein Beitrag verborgen, der damals schon geschildert hat, welche Tour de force da auf mich zukommt.
Zum ersten war da diese bodenlose Ratlosigkeit.
Zu welchem gehen? Mein ureigener ist ja an Magenkrebs vor vielen Jahren verstorben. Und den mochte ich. Er scherzte, hatte irgendwelche verzauberten Geräte, die keine Schmerzen zufügen und überhaupt war da alles noch in rosarote Wolken gehüllt.
Zahnarztlos entschloss ich mich also mal den Rat der gesamten Salzburger Bevölkerung einzuholen und schaltete ein Inserat in der Zeitung. Nämlich, dass ich einen solchen suche, möglichst einen der sich keine Finca in Teneriffa finanzieren muss und so also halbwegs sozial und dazu auch noch nett ist.
Die Reaktionen waren überwältigend. Ich bekam tonnenweise Mails in denen des Öfteren eine bestimmte Ärztin auftauchte.
Da rief ich also heute an.
Und tatsächlich. Eine Engelsgleiche Stimme. Gleich Frau Doktor persönlich. Nein, so was.
Und ich schildere also meine Situation. Zuerst gibt sie mir einen Termin am 1.März. Ich schlucke dreimal und erzähle stockend, dass ich schon ungefähr drei Wochen nur mehr mittels Dedolor überleben kann.
„Hört sich sehr dramatisch an!“, sagt sie.
„Ist es auch“, sage ich „es ruiniert mir meine Leber und das obwohl ich ja nun auch kein Rheuma habe!“
Sie lacht. Ich lache auch.
„Wer hat sie denn empfohlen?“, will sie wissen und ich erzähle ihr die ungewöhnliche Aktion die mich zu dem Anruf gebracht hat. Hier müssen sich meine Sympathiewerte bei ihr um ein vielfaches gesteigert haben. Sie lacht wieder und bietet mir am Mittwoch, gleich um 8 Uhr früh einen Termin an.
Ich falle verbal auf die Knie.
Es naht also die Zeit ohne Dedolor. Zweifelsfrei ein fantastisches Schmerzmittel. Man kann es nehmen und anschließend gegen die Wand rennen ohne was zu spüren. Und das 12 Stunden lang. Eigentlich ist es ein Rheumamittel. Länger als 2 Wochen soll man es nicht nehmen und der Beipackzettel ist so lange wie die durchschnittliche Klopapiermenge die ich fürs große Geschäft brauche. Und auf ihm stehen, im Gegensatz zum Klopapier, beängstigende Sachen, wie Magen und Darmdurchbrüche und spontane Todesfälle durch Schlaganfälle nach dem Lesen des Beipackzettels oder fragen sie ihren Arzt oder Apotheker….huch..ne…
Ich habe mit ihr noch nicht über die Vollnarkose verhandelt.
07/02/2010 at 1:52 Permalink
Klingt ja wunderbar, diese Zahnärztin. Na, dann wird sie wohl ein gutes Werk an Deinen Esswerkzeugen tun . . .
07/02/2010 at 12:15 Permalink
Ja, ich sehe dem Ganzen mit leicht getrübter Freude entgegen. Leicht getrübt—>egal wer es ist, egal was gemacht wird, wer lässt sich schon gern im Mund herumfuhrwerken.