Liebe Hannah
Es gab einmal eine Zeit, die war die glücklichste in meinem Leben. Leider für dich nicht so sehr. Du erinnerst dich vielleicht daran. Es war die Kaiserschmarrnlose Zeit. Eine Epoche der fürstlichen sonntäglichen Ruhe.
Keine quälenden Erinnerungen an mich, den süsslichen Batz herzustellen, keine zähen Verhandlungen um Ausgleich der Mühe, indem ich dir das Aufräumgelübde abnahm!
Nein, all dies fiel weg. Aus dem einfachen Grund heraus, dass es mir, wie durch ein Wunder eines dunkelfinsteren Tages nicht mehr gelingen wollte das Mehlgedöns herzustellen. Ich erinnere mich mit Wehmut an dein entsetztes Gesicht angesichts dieses Ergebnisses

Aber der Teufel saß auf meiner rechten Schulter und die ist für das Ego zuständig. Und er flüsterte mir nach dem xten Fehlversuch folgende Worte ins Ohr:
„Wat bistn du füa ne chaotische Hausfrau und Mudda, die ned amol so wos afoches wia an Möboz mochn ko!“ (der Teufel ist zweisprachig)
Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen, werte Hannah. Das kratzt an meiner urösterreichischen Seele.
Und heute?
Heute gibt es Kaiserschmarren, gegen Aufräumgelübde und für Julius wird extra aus den zwei Boskopern ein Apfelmus kreiert, dessen Herstellung ihm aufgrund der Einfachheit blankes Staunen abringt.
Heute gibt es Kaiserschmarren im Multitaskingverfahren (Kompottglas öffnen, Apfelmus kochen, Kaiserschmarren herumschubbsen) und liebe Hannah, die sonntägliche Ruhe hat ein Ende. Aber auch das Chaos in deinem Zimmer!
31/01/2010 at 22:38 Permalink
Mütter bloggen für ihre Töchter…
Schöne neue Welt?
01/02/2010 at 6:09 Permalink
Tun sie nicht, sondern nutzen den “Brief” als Stilmittel.
Ist schon uralt so was.
05/02/2010 at 17:07 Permalink
Danke, ich lasse mir von dir gerne jederzeit Dinge erklären die ich schon weiß
05/02/2010 at 18:01 Permalink
Hach Jan, ich mag es wenn du an meinen Lippen hängst.