…..und dann wurd es Frühling

Wenn man sich auf eines verlassen kann, dann dass die Natur ihr Ding macht. Und das Ding ist, nach dem Winter wirds Frühling. So auch bei mir. Und wie! Es waren frühsommerliche Tage, bis jetzt gegen Ostern wieder so komisches grausliges Wetter eingesetzt hat, das mich in größte Bedrängniss bringt. Also eigentlich nicht mich, sondern meinen Kindergarten. Ich muss sagen, dass ich die Anzucht der Paprikas, Chilis und Tommies heuer so derart gut hinbekommen habe, dass ich ganz ausser mir bin. Was nix hilft, wenns tagsüber kalt ist und diese prächtigen Jungpflanzen im Haus herumdümpeln müssen, weil da noch irgendwelche ominösen Kaltfronten herumziehen.

Das darf nicht sein! Ich hab doch auch schon die Blümchen ausgepflanzt. Die Cannas und Dahlien sind in der Erde. Gut, denen ist das erstmal wurscht, wenns oberhalb vielleicht mal so ein zwei Tage nachts friert, die überlegen eh noch unterirdisch, wie sie heuer ihre Blüten anlegen und wieviel Dünger sie gedenken zu verschlucken und ob sie mir gleich den Wasserschlauch aus der Hand nehmen. Die Begleitpflanzen in den Gemüsebeeten sind auch schon drinnen. Von der Calendula hab ich gelesen, dass die nicht so empfindlich ist, also ist die schon ne Zeit lang da draussen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass sie zu einer Gärtnereistaude herangewachsen ist, aber vielleicht überlegt sie noch.
Ebenso im Gemüsebeetbegleittrupp sind heuer auch Nacht-Levkoje, Kapuzinerkresse, Jakobsleiter und natürlich Tagetes. Die ist noch im Haus. Beim Kindergarten. Obwohl sie schon aussieht wie ein Teenager. Verdammit.
Wie es insgesammt in meiner Kindergartentruppe zu Umwälzungen kommt. Die Chilis sind jetzt echt lange genug am Südseestrand gewesen, nun dürfen die Gurken, Kürbise, Zuchinis und Melonen da mal in die künstliche Sonne. Diese Pappenheimer sind ja noch viel empfindlicher was Temperaturen und so Zeugs anbelangt.

Man tut nur herum. Jeden Tag bei passendem Wetter (also fast alle Tage zuletzt) 9 Uhr, alles raustragen und den persönlichen Vorlieben entsprechend platzieren. Abends um 7 alles wieder reintragen. Die Aktion dauert eine halbe Stunde. Aber ist es wert.
In den Beeten wächst aber auch schon einiges. Salat, Daikon Rettich, Mizuna, Karotten, Karfiol. Broccoli Kohlrabi und rote Bete, Sellerie und Poree und Erbsen zum totschmeissen. Kleine Einlegezwiebeln und Borretsch, Dill und Petersilie. Wächst und tut so, als obs Frühling wäre.

So. Fotos.


So sieht das nun aus, aus einem eher ungewöhnlichen Blickpunkt aus fotografiert. Die Gestelle der Tommies sind in den Boden getrieben und wegen dem vielen Wind den wir hier haben ist das auch dringend notwendig. Ohnehin sind diese bekloppten Tomatenstangen die man so zu kaufen bekommt nix für meine Boliden. Ja, meine Schubkarre hat ein zu kleines Rad, ich weiss. Aber immerhin geht diesem Rad die Luft nicht aus!!


Wie bei den Pfingstrosen ist auch der Austrieb bei der Dicentra (tränendes Herz) eine ziemliche Alien Angelegenheit. Mittlerweile ist sie schon größer und in ein paar Tagen wird sie blühen anfangen. Da freu ich mich sehr drauf, weil das so eine absurde Blüte ist. Ich muss jedesmal grinsen wenn ich die Blüten sehe.


Auch was worauf ich mich jedesmal im Vorfrühling freue. Die Blutjohannisbeere. Sie wächst bei mir allerdings so sparrig, dass ich mir überlegt habe sie mal zu beschneiden, damit sie buschiger wächst. Dann konsultiere ich das Internet und meine Bücher und alle meinen, NEIN….nicht schneiden und ich sitz da und muss mich mit einer sparrigen Pflanze abfinden. Hmmm..


Ja, die Cayenne Chili. Sie will ja unbedingt blühen. UNBEDINGT. Aber nein, ich knipse sie ihr alle aus. Weil geblüht wird, wenn ich es sage! Drei Stück habe ich davon und sie werden mir meinen Würzchilipulver-Vorrat für das kommende Jahr produzieren. Wofür ich sehr dankbar bin. Wunderschöne Pflanzen sind das geworden.


Mein Frosch. Er produziert Laich und hängt in meinem Tümpel herum. Ich mag ihn. Er mag mich nicht. Was nicht verwunderlich ist, bin ich doch etwas größer als er. Aber ich sehe nicht aus wie eine Schlange.


Ja, kannst schon rauskucken aus deinem Wasserloch. Ich geh da ned rein! (Die junge Ringelnatter, die ich aus dem Haus gerettet habe, aber vielleicht schon??)


Früher war ich ja ganz begeistert von der Kermesbeere. Seit ich erlebt habe, wie invasiv sie ist, bin ich das nicht mehr. Das ist der Wurzelstock, die Knolle, das Monstrum, das diese Pflanze ausbildet und wir sind im Zeitalter der Eliminierung der imposanten Pflanze angekommen. Ja, nein, mag ich nicht mehr.


Mein Kindergarten. Fast noch Krabbelstube. Muss so Anfang März gewesen sein. Ich kann ja mal die Tage ein Foto von dem Dschungel der das JETZT ist machen. Einiges ist ja auch schon draussen.


Körniger Laufkäfer : Er ist eine der sehr wenigen Arten der Echten Laufkäfer, die ihre Flugfähigkeit nicht vollkommen verloren haben. Trotzdem halten sich die nachtaktiven Tiere meist am Boden auf, wo sie Jagd auf Insekten, Würmer und Schnecken machen. Tagsüber verbergen sie sich unter Baumstämmen oder Steinen. Vom Herbst bis zum Frühling überwintern die Tiere oft gemeinsam in Baumstümpfen. Da die Körnigen Laufkäfer gerne auch Kartoffelkäfer fressen, sind sie für die Landwirtschaft sehr nützlich. Die Weibchen des Körnigen Laufkäfers legen etwa vierzig Eier. Die Larven häuten sich dreimal, bevor sie sich im Boden verpuppen. Im Herbst schlüpfen die fertigen Käfer. Der Körnige Laufkäfer steht in Deutschland unter Naturschutz. JAGD auf Schnecken. Darf bleiben!


Kornellkirsche am blühen. Endlich. Lang hat sie gebraucht. Letztes Jahr hatte ich schon einige der köstlichen Früchte, dieses Jahr werden es noch mehr, wie es aussieht. Cornus mas, für die Lateiner.


Die Blüte der Mirobalanen, oder Kriecherl oder wie man das komische Steinobst halt sonst so nennen mag. Wenn man hier die Tage übers Land fährt, sieht man in den noch bräunlichen Astwäldern immer wieder weisse Flockenhauffen, was Schuld dieser wunderbaren Frucht ist, die sich hemmungslos mittels Vogeltransport ausbreitet und wunderschön ist. Man kann die Früchte verarbeiten und erhält eine Marmelade die niemand zuordnen kann, aber lecker ist.


Da kaufst so Zeugs und pflanz dir schöne durchdachte Frühlingscontainer, die (bitte kitschige Frühlingsmusik imaginieren) dir dein Gemüt erhellen sollen und dann machen die Tulpen einfach auf: Ne, ich komm nicht groß raus. Ich bin ein Shorty. Danke!


Mein Frosch, nachdem er erfahren hatte, dass ich die junge Ringelnatter aus dem Haus in Teichnähe ausgesetzt hatte. Er hatte ja schon mit einer mittlerweile flüchtigen Froschdame 2 Wochen Sex gehabt und drei verschiedene Bubbeltea-Hauffen im Wasser angelegt. Die Kaulquappen schwimmen in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien noch fröhlich herum. Mal sehen wie lange noch. Ich mag ihn ja. Er mich nicht.


Hab ich schon erwähnt wie stolz ich auf meine heurigen Tommies bin? Nein? Das ist die Fleischtomate Prinz Tscherni. Sie schmeckt absolut umwerfend. Und im regnerischen Salzburg gelang ihr Anbau in 10 Jahren 2x. Also…nun bin ich hier. In the land of Paprika. Wenn das mal keine perfekte Vorraussetzung für meinen Prinzen ist? Man muss aber schon zugeben…..für ein Südfenster Anzucht Pflänzchen ist die schon bombastisch. Und ich habe 10 davon. Jawoll!


Ich mag Rhabarber. Weniger wegen seiner kulinarischen Bedeutung. Mehr wegen des atemraubenden Austriebes. Das nenn ich mal Lebenswillen und großes Kino!


Und meine Traubenhyazinthen sind sich mittlerweile selbst im Weg und wandern aus. Gut so. Das Beet muss ich im Sommer/Herbst neu machen. Die machen da einfach einen immer wilder werdenden Urwald aus ihren Blättern. Und nachdem man die stehen lassen muss, wie bei allen Zwiebeln, ist das so ein Ding. Die müssen da raus und in den Garten. Da können sie dann weiter wandern.

Als nächstes wirds ein Update vom Kindergarten in den Beeten geben und wies nun im Frühling weitergeht. Werden meine Gurken überleben. Werden sich meine Kürbis benehmen. Werden die Tomaten den Auspflanzschock überleben….alles so spannend.

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