Selbstversorgung?

Ab Juli werd ich also endlich in der Lage sein, diesen Weg konsequent zu beschreiten. Theoretisch habe ich das Leben als Gemüse und Obstanbauer mit Hühnern und eventuell Schweinderln ja schon lange in Planung. Was gut ist, denn so stehen auf dem Grundstück nun schon eine Unmenge an Beerensträuchern aller denkbaren Arten und Obstbäume. Letztere fangen nun an ordentlich zu fruchten und die Vorausplanung hat sich hier gelohnt.

Ich wollte einfach nicht mehr die minderwertigen Lebensmittel kaufen müßen, die uns in den Supermärkten unter die Nase gerieben werden. Natürlich gibts dann aber auch die Ausnahmen. Dinge die man nur unter erschwerten Bedinungen selbst anbauen kann, oder deren Anbau hierzulande de facto unmöglich ist. Reis, Kakao, Kaffee, Getreide (das macht mehr Arbeit als der Ertrag dann bringt), Zitrusfrüchte, Zucker, Öl und einiges mehr.

Ist man dann aber Selbstversorger, wenn man diese Dinge zukauft? Um dieser Definition gerecht zu werden kann man natürlich so konsequent sein und auf alles verzichten, was man nicht selbst anbauen kann. Oder sie ersetzen? Chili statt Pfeffer, Seifen selbst machen, dann aber aus Schweinefett. Und die Lauge muss man dann aus Holzasche selbst herstellen natürlich. Senf selbst machen, dann aber auch Essig selbst machen und den Zucker durch Honig ersetzen, also Bienen halten…..nur so ein paar grundsätzliche Überlegungen. Ist man ernährungstechnisch eher ein Befürworter der „Low Carb“ Ernährung, hat man weniger Probleme, weil die ganzen Kohlehydrate dann wegfallen. Dafür beisst man sich die Zähne wahrscheinlich in der Avocadoanzucht und den anderen notwendigen hochwertigen Ölen aus. Allerdings braucht man keine Kartoffel oder Brot. Oder Nudeln.

Für mich selbst habe ich eine Liste der Dinge die ich zukaufen muss und will. Das wird nicht so viel sein, denn ich bin durchaus in der Lage auf einige Sachen zu verzichten. Auf Kaffee zum Beispiel, oder schwarzen Tee, oder Schokolade. Aber ich will auch mal Fisch essen können. Oder eine Mandarine essen. Und Brot. Und mir abends um zehn noch Palatschinken machen können.

Deswegen wird aus mir wahrscheinlich so eine halbe Selbstersorgerin. Strom habe ich ja auch und einen Anschluss ans Wassernetz.

Mein Gemüsegarten wird ca. 500 m² groß werden. Dazu kommt noch ein kleiner 200 m² großer Kartoffelacker und ein Folientunnel für Tomaten, Chilis und Auberginen. Die Hühner werden ein kleines bewaldetes Stück bekommen das auch ca. 500 m² haben wird, es werden dort ausschliesslich Bresse Hühner wohnen. Mit Gockel versteht sich. Ein paar brutfreudige Orpingtons kommen hinzu, denn die Bresse brüten nicht gerne und ich will Nachwuchs. Der Rest ist Obst und Nüsse und noch ein kleiner Hain mit Eichen, noch recht jung. Die werden heuer gefällt, weil dort ein Rebgarten hinkommt. Angebaut wird dort dann eine Direktträgersorte wie die Isabella. Ja, ich mag Uhudler.

Die größeren Eichen werden in Stirnholzparkett fürs Haus geschnitten, der Rest in Holzasche verwandelt, bevor mein diebischer Nachbar das macht.

Es wird also hier in Zukunft sehr viel über alle diese Dinge zu lesen sein.
Für die heurige Anbausaison bin ich leider zu spät dran mit dem Umzug, aber es muss ja einiges vorbereitet werden. Gemüsebeete zum Beispiel, Hühnerhaus bauen und Folientunnel ect.

Ich hab auch überlegt, ob ich das alles auf Youtube dokumentieren soll. Meine Kinder sind dafür, ich selbst weiss nicht so recht, ob ich dazu Lust habe. Der Umgang mit Videoschnittprogrammen ist mir ein Gräuel und ich kann die Klugscheisserei oder politische Korrektness von den Leuten meistens nicht mehr aushalten. Man stelle sich vor was los ist, wenn ich den Schlachtprozess der Bresse Hühner dokumentiere…..oh Mann.

Also…los gehts.

 

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