Frühsommer anderswo

Wenn ich eine Zeit nennen sollte, die mir am Allerliebsten ist, dann würde ich sagen, ohne mit der Wimper zu zucken, der Juni. Meist ist es bereits schön warm, alles wächst in Überschallgeschwindigkeit und es fallen auch, ausser jäten, keine der wirklich anstrengenden Gartenarbeiten an. Hier meine ich vor allem Gehölzschnitt. Ausserdem ist der Juni der Rosenmonat und da ich zuletzt einige der kaprizierten Damen gekauft habe, bin ich natürlich dabei, wenn sie zu ihrer vollen Pracht auflaufen. Die etwas extravagante späte Blüte einer der neuen Pfingstrosen überraschte mich dann auch noch. Ich musste tatsächlich laut lachen als ich das Zauserl sah.


Zuerst allerdings der vertraute Anblick bei Ankunft. Kniehohes Gras und die Aussicht auf ein paar arbeitsintensive Tage.


Beim Walnussbaum Nummer drei, der leider das Opfer einer Weissfäule hervorrufenden Porlingsart geworden ist, der den Baum nun so in 10-20 Jahren definitiv zerstören wird, habe ich als kleinen Trost für den Baum einen Rambler gepflanzt. Es ist Pauls Himalayan Musk und von David Austin. Er wird sich in kürzester Zeit in die spärliche Krone winden und dafür sorgen, dass der Baum dann schmeichlerische Gesellschaft und Ansehen bekommt. Hier blüht der Rambler schon das erste Mal und ich kann sagen, er wuchert wirklich phänomenal.


Es fing ja ganz harmlos an. Da ich keinen englischen Rasen habe und auch Blümchen wachsen lasse, die sich partout bei mir ansiedeln wollen, habe ich „Ja“ zum Klatschmohn gesagt. Der aufgrund meiner freudigen Zustimmung nun jedes Jahr mehr und mehr wird. Nach der Blüte schneide ich die reifen Samenkapseln samt Stielen ab und wandere, die Samen herumschleudernd durch den Garten. Nur das Mähen wird zusehends schwieriger.


Es gab ja welche, die sagten:“Pflanz dir ja keinen Indigostrauch in den Garten!“ Zum Trotz habe ich ihn eingepflanzt. Hier steht er im zweiten Jahr und blüht zum ersten Mal. Und ich staunte nicht schlecht, welches Geschwader an Bienen sich da dran machte. Die Blüten sehen im Gegenlicht, wegen ihrer dunkelvioletten Färbung umwerfend aus und so bin ich mit dem filigranen Gebüsch mehr als zufrieden. Mal sehen wie seine angedichteten Wucher- und Ausbreitungseigenschaften zutreffen.


Hier nochmal die Einzelblüte aus der Nähe. Sehr schicke Konstruktion meine ich.


Beim Graben und herumwurschteln kam mir dieser Kandidat in die Finger. Da ich mit Wühlmäusen auf äusserstem Kriegsfuß stehe, versetzte ich das kleine niedliche Tierchen erstmal in ein Glas mit „Wohlfühlauspolsterung“ und schnappte mir meine Literatur zum Thema Mäuse um sie bestimmen zu können. Da sie sich als harmlos herausgestellt hatte, wurde sie nach einem ausgiebigen Schläfchen wieder in die Freiheit entlassen.


Unter dem „Tag“ Lieblingspflanzen habe ich schon ein Bild und Beschreibung dieser umwerfenden Schönheit gepostet. Nun zwei Jahre (?) später darf ich mit Stolz berichten: “ Sie ist angekommen!“ Ghislane de Feligonde, die hier damit beschäftigt ist meinen Hauseingang zuzuwuchern. Sie darf das. Im Vordergrund sieht man noch die rote Spornblume, die sich auch von Jahr zu Jahr vergrößert und zu einem prächtigen Horst herangewachsen ist. Die Schnecken interessiert das Pflänzchen gar nicht, was mich sehr freut. Überhaupt versuche ich eher Gewächse zu etablieren, die resistent gegen die Schleimer sind.


Fertig mit mähen und endlich Zeit und Muße und Sonnenschein, um sich niederzulassen und das Rundherum zu genießen. Man sieht, ich mähe um den Mohn herum, manchmal muss man da dann schon Umwege gehen. Da er eh nur so kurz blüht, macht das wenig aus.


Zuletzt noch eine der neuen Rosen von David Austin: Ferdinand Picard. Sieht umwerfend aus und duftet ebenso. Mit dem Klettergestell habe ich mich ordentlich abgemüht und bin immer noch auf der Suche nach robusten Möglichkeiten um die Damen in der Höhe zu halten.

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