Flüssiges Obst

Endlich habe ich mich zum Kauf einer Spindelpresse für Äpfel hingerungen. Samt Gärballons und Aufsätzen. Seither blubbert es bei mir. Wir haben einige Apfelbäume hier im Garten und jedes Jahr wieder werden wir von der Masse der Äpfel erschlagen. Und so habe ich eben beschlossen mal einen Versuchsballon zu starten und Cider zu machen. Bei meiner Recherche zu diesem Thema, ( www.fruchtweinkeller.de ) musste ich feststellen, dass ich es mir mit meinen beschränkten Geldmitteln nicht leisten konnte ein Gerät zur Karbonisierung des Apfelweins (das ja den Cider ausmacht und seine leichte Süße) zu kaufen.

Die Methode nach abgeschlossener Gärung den Apfelwein in Flaschen zu füllen und dann ein wenig Zucker hinzuzufügen, sodass die Gärung in der Flasche weitergeht und dadurch die Kohlensäure erhalten bleibt, scheiterte an der lebhaften Vorstellung der explodierenden Flaschen und dem ganzen Chaos dann.

So bleibt es vorerst mal beim simplen Apfelwein. Man kann ihn auch trinken, wenn er grad noch so am gären ist, das ist dann wie Federweißer. Nur halt vom Apfel…..mit all seinen verdauungstechnischen Aha Erlebnissen.

Die Äpfel habe ich gesäubert, mit der Reibe meiner Küchenmaschine (die dabei fast den Geist aufgab) zerkleinert und dann in der Spindelpresse zu Apfelsaft gepresst. Das ging alles sehr gut. Danach eine Champagner Reizuchthefe in etwas Apfelsaft angelöst und hinzugegeben. Umrühren und in die Gärballons füllen, den Gummistopfen drauf und dann das Gärröhrchen reinstecken. In dieses füllt man etwas Wasser, damit die Kohlensäure raus aber keine Luft rein kann.

Nach 2 Tagen fing alles wie wild an zu gären und seither blubbert es. Die Temperatur solle auf alle Fälle bei 23-24° liegen, da kommt die Hefe richtig in Fahrt. Wenn das Blubbern nachlässt, werde ich mal kosten und gegebenenfalls etwas Zucker hinzufügen, damit meine Hefe weitermachen kann. Sie verträgt einen Alkoholgehalt von 14%.

Gleichzeitig habe ich Äpfel kleingeschnitten, in große Einmachgläser gefüllt, Zucker draufgestreut und mit Wasser aufgegossen. Oben drüber ein Tuch, mit Gummiringerl festgehalten. Jeden Tag 2 Mal muss man das Gemisch umrühren, damit die Äpfel die oben schwimmen wegen des Sauerstoffkontaktes nicht zu schimmeln anfangen. Das Ganze fängt recht flott an zu gären und geht so 3-4 Wochen dahin. Wenn es weniger schäumt und rauscht, ein wenig Zucker hinzufügen. Wenn die Gärung dann zum Stillstand kommt ist es Zeit, das Ganze durch ein Sieb mit Mulltuch zu gießen und in andere offene, abgedeckte Gläser zu füllen. Es braucht Luft für die Umwandlung von Vergorenem zu Essig.

Ein weiteres Glas entstand auf diese Weise mit Himbeeren und Pflaumen. Von den beiden Früchten hatten wir heuer Unmengen.

Der Apfelessig ist schon abgefüllt und es bildet sich grade die Essigmutter (entsteht beim Umbau von Alkohol in Essig). Nun muss der Essig noch 2-3 Monate reifen, dann freue ich mich auf frühmorgens, da trinke ich immer einen Schluck Apfelessig mit Wasser verdünnt. Sehr gesund und erfrischend.

Hinten Apfelwein vorne Essige

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