Es war mal kurz kühl…

Im fast schon Vollfrühling ein Update zum Winter zu schreiben ist schon etwas merkwürdig. Vor allem, da ich im Winter ohnehin genug Zeit gehabt hätte das alles haarklein zu dokumentieren. Aber irgendwie wurde ich abwechselnd von einer Faulheit heimgesucht, die seinesgleichen suchte. Und dann waren da die Tage an denen es angenehm mild war und ich nur im Garten war um aus einer Unkrautwiese einen Gemüsegarten hervorzuquetschen. Vielleicht habe ich es schon erwähnt, es war eine ungeheure Plackerei. Damit ich nämlich auch die Wege ansprechend gestalten konnte, war es notwendig Häckselgut herzustellen. Dazu musste ohnehin erstmal alles an Haselsträuchern, Holunder, Maulbeere und Hartriegel ausgeschnitten werden, was da im Laufe der Jahre zu Monströsitäten angewachsen war. Dann das Zeugs alles häckseln und auf die Wege verteilen, die Beete erstellen, mit Kompost vom Nachbarn…….ahja…die Kompostsache.

Die Ungarn meinen, wenn man Kompost sagt, frischen Kuhmist. Sowas kann man nicht in ein Gemüsebeet schütten. Und ich hätte ca. 80 Säcke a 50 Liter Gartenkompost kaufen müssen um sie ordentlich zu befüllen. Viel Geld. Über diese betrübliche Tatsache unterhielt ich mich im Februar mit meinem Wiener Nachbarn. Der hatte einen Komposthaufen von epochaler Größe, den er seit 10 Jahren kontinuierlich anhäuffte. Auf mein begeistertes Fragen, ob ich da was abhaben könne, meinte er ich solle ihn einfach abtragen. In ein Beet passen 4 Schubkarren voll. Ich hatte 16 Beete zu befüllen. Das Rad der Schubkarre ist zu klein, steckt bei jeden Hügelchen mit dem Bügel fest. Ich musste über 4 Acker-ähnliche Unkrautwiesen und wieder hinauf zu meinem Gemüsegarten. Gottseidank hatte ich mich so über das Kompostgeschenk gefreut, dass es meine Verzweiflung beim endlosen Transport locker überspielte.

Ansonsten war es mäßig kalt, hat zwei mal ein wenig geschneit und  relativ wenig gefroren. Was gut war, denn ich hinkte ständig hinter meinem Zeitplan hinterher. Ein Beet beanspruchte in seiner Entstehung ca. 3 Tage. Dann war noch jede Menge Holz zu hacken, was ich ausnehmend gerne tue. Allerdings erinnere ich mich dabei immer an meinen Vater, der sich beim Holzhacken den großen Zeh gespalten hatte. Deswegen stehe ich da immer sehr breitbeinig herum, sodass die Axt bei einem selten vorkommenden Fehlschlag, zwischen den empfindlichen Teilen durchsaust.

Weihnachten war in Wien großes Familientreffen mit den Kindern und wir wurden von der Jüngsten zum Essen eingeladen. Und Silvester verbrachte ich im Bett schlafend. Ich hab mich nirgends mir irgendwas angesteckt und bis auf ein paar kleine Sonderbarkeiten ist mir gesundheitlich auch nix passiert. So kanns weitergehen. Und ab Februar rief ich, immer wenn ich mich auf die eiskalte Klobrille gesetzt hatte, laut: „Es muss jetzt Frühling werden!!“ (im Winter ist das Bade und Gästezimmer nur 5-8 Grad warm)

Und das wurde es auch! Dazu im nächsten Beitrag. Hier noch Bilder diverser Natur.

 


Die ersten Beete sind gemacht. Die Dachziegel sind zur Hälfte im Boden versenkt. Das verhindert ein einwandern des Unkrautgeschmeiss. Ganz vorne wo die zwei Stangen im Boden sind, ist das Himbeerbeet. Und nachdem das mannshohe Gedröse weg war, bemerkte ich, dass ich eine recht liebliche Aussicht habe von meinem Gemüsegarten.


Fast schon fertig. Die Nachbarn sind allesamt vorbei gekommen und haben mich für verrückt erklärt, weil ich „Beete“ baue. Aber hey, die werden sich noch wundern!

So sah das vorher aus. Links Strauch und Baumwildwuchs, rechts Goldrute und Brennessel. Mannshoch. Ahja und Efeu am Boden.


Eine der mächtigen in die Jahre gekommenen Haseln. Sie beschattet im Sommer einen großen Bereich, den ich eigentlich für was anderes eingeplant habe. Und ich brauche Holz und Häcksel….also..


Wohlgemerkt mit der Hand gesägt. Nachdem ich eine Aversion gegen Motorsägen habe. Die zwei schlanken hohen Stecken sind junge Walnüsser. Nachdem die Alten alle krank sind (ist was im Wasser?) lass ich sie mal wachsen. Also eine davon vielleicht. Der dritte hohe Stecken ist die Dorfkirche. Die Ungarn sind sehr heilig. Sie haben die Kirche renoviert, aber die Strassen sich selbst überlassen.

Vier Kubikmeter Robinienholz. Mein Vorrat für den Winter. 300 Euro samt Zustellung. Dann nochmal nen 50ger in Euro für den Joszi fürs zerstückeln. Übrig ist ungefähr 2 Monate an Holz zum Heizen. War ja nicht so kalt. Und ich weigere mich so viel zu heizen, dass ich am Abend in der Küche, wo ich mich im Winter hauptsächlich aufhalte, 20 Grad habe. Das ist ungesund und würde bedeuten, dass ich um drei Nachmittags schon volles Kanonenrohr den Ofen füttern muss. Nein. 17 Grad tuns auch. im Schlafzimmer und im Wohnzimmer habe ich jeweils eine Infrarotheizung, die grad mal 15 Grad für sich alleine zustande bringt. Reicht aber. Und der Strom hier ist recht billig. Noch.


Meine Kummernuss. Walnuss. Direkt beim Haus. Leider sterbenskrank. Wie lange sie noch hat, weiss ich nicht. Wenn sie umfällt, wirds einiges an Schaden zu verzeichnen geben. Also muss ich wohl oder übel raufturnen und ihr mal ein paar Äste nehmen. Und nein, den Efeu nehm ich nicht weg, der ist Brutgebiet für eine Menge an Vögeln.


Eigentlich die Nebeneingangstür ins Gästezimmer. Die Tür ist alt und zugig, also dachte ich mir, ich isolier die mal ein wenig. Und die „Isolierung“ blieb dann bis März, wo ich begann die Tür wieder zu öffnen um warme Luft rein zu lassen. Der kleine Vorrat war auch gedacht als Notlösung, wenn ich mal krank sein sollte und kein Holz spalten würde können. Was ja nicht passiert ist.


Wächst zu Füssen meiner Walnuss Nr.2 und ich würde den gerne identifizieren.

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