Endsommerpesto

Blättersammlung

Ich baue kein Basilikum an. Ist mir zu kapriziert. Schmeckt nie so wie es soll. Allerdings liebe ich Pesto. In der Regel mache ich das in Massen im Frühjahr, wenn hier alles voll mit Bärlauch ist. Es ist ein sehr knoblauchlastiges Pesto, das muss man unumwunden zugeben.

Gegen Sommerende überkommt mich dann immer schon wieder mal die Lust auf die grüne Würzsauce und ich überfalle den Garten auf der Suche nach Bärlauchersatz. Und den habe ich nun gefunden. Weniger knoblauchlastig, mehr pfeffrig. Kapuzinerkresse ist die Pflanze der Wahl, ich baue das Blümchen eigentlich jedes Jahr im Garten an, ihre orangen Blüten sorgen immer für das „ziiing“ Erlebnis. Die ganze Pflanze ist essbar und heuer wollte ich es wissen. Reines Kapuzinerpesto wollte ich nicht machen, ich wollte unbedingt auch den Giersch und das wie verrückt wuchernde wilde Majorankraut miteinbeziehen.

Ich benutze Pesto eigentlich weniger für Nudelgerichte, da ich eher Low Carb lebe, so also vorwiegend zur Marinade von Fleisch (wo man das dann nach der Marinierzeit abstreifen sollte, vor dem Braten und es danach wieder dazu tun), als Salatmarinade, als Zutat zu Schmorgerichten. Es ist eine Würzpaste für mich, die in sehr vielen Gerichten Anwendung findet. Ab und an mal, zur reinen Verkostung, auch mal mit Vollkorn Dinkelnudeln, die dann einfach kochen, bisserl Sud aufbewahren, in eine Pfanne schütten (die Nudeln) Pesto drauf, Schöpfer Nudelwasser, warm werden lassen, Pecorino/Parmesan draufreiben und glücklich sein.

And here we go (ich muss mich selbst loben, das Zeugs ist unheimlich schmackhaft)

 

1 Nudelsieb voll Kapuzinerkresseblätter, einige mit Stamm, einige Endtriebe, keine Blüten

eine Handvoll jungen Giersch

eine Hand voll jungen wilden Majoran

1 Triebspitze Rosmarin, Nadeln vom Stängel befreit

2 Triebspitzen + die nächsten 2 Blätter der Zitronenmelisse

eine Hand voll Schnittlauch

viel Salz

3 Knoblauchzehen

viel Pfeffer frisch gemahlen

1 Prise (was genau zwischen Daumen und Zeigefinger passt) scharfe Chili, frisch getrocknet

sehr viel Olivenöl

Einen Mixer, ein Einmachglas, das die Menge der grünen Sauce aufnehmen kann, sauber und möglichst auch sterilisiert ist.

Die Kapuzinerkresseblätter aufeinander stapeln, zusammenrollen und in Streifen schneiden. Alles andere grob zerkleinern. Den Knoblauch blättrig schneiden. Alles mischen bis auf das Olivenöl. Nicht waschen. Allfällige Verschmutzungen vorher wegwischen.

In einen Mixer füllen, Olivenöl angießen und in Abschnitten, behutsam pürieren.

In die Gläser füllen, die Gläser auf einem Brett abklopfen (sie mit einiger Wucht auf das Brett knallen, damit die Luft zwischen im Brei entweicht) und mit Olivenöl zusätzlich aufgießen, damit ein luftdichter Abschluss gewährleistet ist. Deckel zu.

Sofern sauber gearbeitet wurde und oben auf dem Pesto immer eine erkleckliche Menge Öl schwimmt ist das Pesto auch wegen des Salzgehaltes recht lange haltbar.

 

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