Aller Anfang

Am Anfang war das Unkraut. Und der Anfang ist 11 Jahre her. Damals hab ich das Haus und Grundstück gekauft. Über die Jahre wurde mir langsam bewusst, was es heisst ein so großes Grundstück zu bestellen und noch dazu das Haus zu renovieren und zu modernisieren. Es war immer das Gleiche. Ich fuhr her, hatte 2 Wochen Zeit in der Regel, legte los und verbrachte die Zeit damit Goldrute, Brennessel, Disteln, Nelkenwurz, Ambrosia, Quecke und all das ganze Gesocks zu eliminieren. Das waren sehr schweisstreibende Wochen und tödlich für meine Bandscheiben. Die letzten Tage sass ich immer vollkommen erledigt vor meinem getanen Werk und bewunderte den Idealzustand…und schoss ein Foto. Wohl wissend, dass sich das Drama in 2-3 Monaten wiederholen würde.

Genaugenommen bin ich die Queen of weeding. Die esoterische Schweizerin oben auf dem Hügel hat einen Kurs im Unkrautjäten gemacht. Als ich das gehört hatte, musste ich mich schwer beherrschen um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Sie hätte den Kurs auch bei mir machen können.

Jetzt ist es anders. Seit ich hier bin, bin ich ein wenig zwiegespalten. Ich musste in den ersten Wochen natürlich meine Habseligkeiten unterbringen, zahllose Kisten und Kartons waren auszuleeren und zu verstauen. Es musste eine Menge Zeugs im Haus gemacht werden. Von so simplen Sachen, wie die Waschmaschine anzuschliessen bis zur Installation eines Regalwerks aus den übrigen Dachsparren um all das unverstaubare Zeugs unterzubringen. Ich hatte ja quasi 2 Haushalte. All den Kram den ich nicht mehr haben wollte, schenkte ich meiner Nachbarin, die immer schon ein sehnsüchtiges Auge auf meine Sachen geworfen hatte. Und was für ein Gefühl es war, meine Wäsche nun nicht mehr umständlich, unbefriedigend und vor allem kräftezehrend in der Badewanne zu waschen, sondern das einer Maschine zu überlassen, die das viel besser kann. Ich hab erstmal ALLES hier gewaschen. Jetzt muss ich demnächst meine Sickergrube inspizieren um zu sehen, wie voll ich sie gemacht habe mit meiner Waschorgie. Ich habe ja kaum einen Vergleich, da ich immer nur kurz hier war. Ich musste mich endlich auch um eine Mülltonne kümmern, da ich hier ja nun auch ebensolchen produzieren werde. Natürlich kompostiere ich alles was geht und es gibt auch einmal im Monat die Abholung von Plastik und dergleichen Zeugs. Aber es lässt sich leider nicht vermeiden, dass man Müll produziert. Ich arbeite daran.

Und gleichzeitig warteten im Garten eine Unmenge an Pflanzen auf mich, die eingesetzt werden wollten, eine Menge Schnittmaßnahmen, eine Menge Sommerpflanzung von Gemüse, was man halt noch anbauen kann bis in den Winter.
Und gleichzeitig war natürlich eine Bruthitze mit genau einem Regenguß, den man als solchen nicht bezeichnen kann, weil als das Wasser den Boden berührte verdampfte es vor Schreck augenblicklich.

So also versuchte ich den Spagat von Gartenarbeit, wann immer es die Temperatur erlaubte (40° zu Mittag) und „Abkühlphase“ im Haus, Kisten auspacken, Sachen verstauen, Zeugs zusammenschrauben, Möbel aufbauen etc.

Langsam…..ganz langsam wird mir bewusst, dass ich im Garten nicht herumhudeln muss, weil ich eben nicht gleich wieder weg fahre. Dass ich mir Zeit lassen kann, dass ich gestalten kann, dass ich überlegen kann, wo die besten Plätze für meine Pflanzenkinder wären. Mein Garten hat mir gleich gezeigt, wo es langgeht. Nämlich langsam und gemächlich in den Herbst hinein. Und da gab es die Momente, wo mir klar wurde, dass ich nun ein komplett anderes Erlebnis im Garten haben werde, indem ich ihm zuschauen kann, wie er durch die Saisonen wandelt, er mir zeigen kann, wie gut ich meine Sache gemacht habe. (Oder wie schlecht) Beim Eingraben der Pflanzen sind mir natürlich einige der Frühjahrszwiebeln untergekommen und ich stellte mit innerem Grinsen fest, dass ich die nun zeitgerecht beim Austreiben inspizieren kann. Und mir endlich mal merken werde, wo was ist.

Vor lauter Arbeit habe ich tatsächlich vergessen, Bilder zu machen. Bei mir am Grundstück wohnen 2 entzückende kleine schwarze Katzen, die den Wühlmäusen hinterherstellen. Ich könnt sie abbusseln, wenn sie das zuliessen. Die einzigen Bilder die ich gemacht habe, waren von den beiden kleinen Mäusejägern, wie sie im Schatten in absurden Stellungen im Schatten ruhen.

Aber morgen mache ich Bilder. Ja.

 

 

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